Charis Peglau ist Vizeweltmeisterin U14w!

Weltmeisterschaft U14 w in Mamaia (Rumänien), 6.-16.9.2022

Ohne besondere Vorstellungen fuhren wir mit unseren Zwillingen Charis und Dora zu den Jugendweltmeisterschaften verschiedener Altersklassen, die in diesem Jahr in Mamaia am Schwarzen Meer stattfanden. Nur zu bald lernten wir, daß die ausgeschriebenen Wertzahlen der Konkurrentinnen mit äußerster Vorsicht zu genießen waren, da sie nicht deren wirkliche Spielstärke widerspiegelten. In der ersten Partie ging noch alles gut, und überzeugend fuhren beide Schwestern ihre Punkte ein. Doch schon
in der zweiten Runde setzte die Ernüchterung ein: Charis mußte mit einem Remis zufrieden sein, während Dora sogar unglücklich verlor. Immerhin durfte sie sich im nächsten Vergleich wieder über einen vollen Punkt freuen, derweil Charis auf dem vorläufigen Tiefpunkt anlangte, indem sie Sieg und Unentschieden gegen ihre Konkurrentin verspielte. Nach dem vierten Durchgang verbuchte Charis vergleichsweise bescheidene 2 1⁄2 Zähler auf ihrem Konto, Dora lag mit 3 aus 4 wieder gut im Rennen. Dann jedoch setzte
eine nahezu unfaßbar reziproke Entwicklung ein: Dora verlor den Faden und kassierte drei Niederlagen in Folge – sicher unter Wert-, wohingegen Charis parallel zum Siegeslauf anhob, z.T sehr schöne Akzente setzte und zunehmend die Fähigkeit entwickelte, auch kritische Stellungen aus dem Feuer zu reißen. Um so schmerzhafter ihr unnötiger Verlust gegen eine unmittelbare Rivalin, die sie aus der Spitzengruppe wieder ein gehöriges Stück zurückwarf: 5 1⁄2 aus 8 waren zwar für sich genommen einigermaßen respektabel, reichten aber bei weitem nicht, um vorne ein Wörtchen mitreden zu können. Somit stand sie unter fortwährendem Siegzwang, wollte sie oben mitmischen. Es lastete also erheblicher Druck auf ihr, als sie mit den weißen Steinen gegen die Französin Maia Arzur eröffnete. Bald kam sie in eine passive und deutlich schlechtere Stellung, die alle Hoffnungen zunichte zu machen schien. Charis setzte daher alles auf eine Karte und schreckte dabei auch vor Bauernopfern nicht zurück. Da ihre Opponentin die Gegenchancen unterschätzte, spielte Charis plötzlich entfesselt auf und gewann sogar die Partie. Aber auch jetzt war noch jedes Spiel ein Endspiel. Charis mußte in Runde 10 mit Schwarz lange warten und der Gegnerin Raum und Vorteil überlassen, ehe sie zum Konter ausholen konnte und siegreich abschloß. (Dora hatte sich in der Zwischenzeit – zumindest was die Ergebnisse angeht – wieder gefangen und ebenfalls 3 aus 3 geholt.) Es kam der Schlußtag. Alles blieb beim Alten, fürs Treppchen mußte ein ganzer Erfolg her. Durch einen Fehler der Gegenspielerin hatte Charis zwar recht bald eine Gewinnposition, machte es aber noch einige Zeit spannend, weil Schwarz alles nach vorne warf und die Damen noch nicht
getauscht waren. Als sich jedoch der Pulverdampf verzogen hatte, durften wir jubeln: Charis hatte, da die beiden Führenden am Spitzenbrett remisierten, das Ziel mit Bronze erreicht – dachten wir. Gleichzeitig mußten wir den Wermutstropfen verdauen, der in Doras Niederlage gegen Margarita Bendik bestand, gegen die Charis in der zweiten Runde auch nicht über eine Punkteteilung hinausgekommen war. Die Freude aber überwog eindeutig: Was für ein schöner Erfolg! Da konnte man erst einmal fröhlich im Schwarzen Meer baden gehen. Kaum kamen wir aus dem Wasser, erfuhren wir, daß sich der Wermutstropfen in Honig verwandelt hatte, denn Doras bittere Niederlage gegen Margarita Bendik erwies sich als vorteilhaft für Charisʼ Wertung, die sich damit noch hauchdünn vor die russische Erfolgsspielerin Alexandra Shvedova schob und ihre Medaille versilberte! So ein Tag, so schön wie dieser! Damit hatte Dora sogar an dem Vizemeistertitel ihren Anteil und wurde in der Familie mit Recht ähnlich gefeiert wie
ihre Schwester. 

Auf dem Gipfel im Riesengebirge

ECU-Meisterschaft, Tschechien 2022

Nicht zum Rübenzählen waren wir vom 21.-30. August 2022 ins tschechische Pec Pod Sněžkou am Fuße der Schneekoppe zur EU-Meisterschaft gekommen. Da lockte der Gipfel schon mehr. Im schachlichen Bereich hatte ihn Charis bis zwei Runden vor Schluß im Gesamtklassement ihrer Altersgruppe inne (also von Mädchen und Jungen), bis sie in der vorletzten Runde erst den Sieg, dann das Remis vergab. Die letzte Partie vermochte sie trotz zeitweiligen Vorteils in wachsender Zeitnot nicht mehr zu gewinnen,
doch reichte es zum Friedensschluß und damit Rang drei der Gesamtwertung, was gleichzeitig die Meisterschaft im weiblichen Teilnehmerfeld bedeutete. Herzliche Gratulation!

Bruder Paul David erwies sich als überaus spendierfreudiger Punktelieferant, erreichte aber zum Schluß immerhin noch Platz vier in seiner Spielklasse. Auch hier unsere Anerkennung!

Dora Peglau holt den Titel der Deutschen Meisterin U14w!

Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft 2022 in Willingen

Nach 9 Runden kann Dora die Meisterschaft in Willingen für sich entscheiden. Das ganze Turnier über dominierend und mit einem Zähler Vorsprung auf Platz 2 darf sie sich nun mit starken 7,5 Punkten ungeschlagene Deutsche Meisterin in der Altersklasse U14w nennen!

Während Dora nichts anbrennen ließ, hatte Paul David als einer der Favoriten bei den unter 10-jährigen nach einem Verlust in der vierten Runde und einigen Remisen keinen guten Start hingelegt. 4,5 Punkte lautete das Ergebnis nach 8 Runden. Doch nun legte Paul David noch einen Endspurt hin und kämpfte sich mit drei Schlusssiegen noch auf Platz 5 vor.

Herzlichen Glückwunsch!

Sarah Peglau ist Deutsche Meisterin U18w!

Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft 2021 in Willingen


An Dramatik war der Wettkampf U18w in Willingen vom 22.8.-30.8.2021 um die Deutsche Meisterschaft kaum zu überbieten. Zuerst sah alles nach klaren Verhältnissen aus, denn unsere Protagonistin Sarah eilte von Sieg zu Sieg: Nach zwei Pflichterfolgen in den ersten beiden Runden gelang ihr ein ebenso rascher wie schöner und wichtiger Punktgewinn gegen die direkte Konkurrentin Julia Bui, dem noch einmal ein Schwarzsieg über Yara Mathilda Stowicek folgte. Märchenhafte 4:0 Punkte und die klare Tabellenführung standen zu Buche, und es ging sogar noch weiter. Aus brenzligen Situationen ergatterte Sarah in den nächsten beiden Spielen weitere anderthalb Zähler, was einen sensationellen Vorsprung von 1,5 Punkten vor der Konkurrenz bedeutete. Jedem war klar, daß in den nächsten Begegnungen die Entscheidung fallen mußte, zumal es nun gegen härteste Konkurrenz ging. Es geschah das, was aus Sicht der Führungsspielerin das denkbar Ungünstigste war: In einer von Melanie Müdder mit den weißen Steinen glänzend geführten Partie unterlag sie trotz tapferer Gegenwehr, was das Verfolgerfeld im Tabellenstand und in der Kampfmoral natürlich wieder deutlich näher an sie heranführte. Doch damit nicht genug: Dies ater erneut mit Schwarz. Sarah versank gegen Nicole Garbuz buchstäblich im 'Morra-st', mußte Melanie, die wieder gewann, vorbeiziehen lassen und hatte Nicole sowie Julia nunmehr auf Augenhöhe, jedoch mit der Hypothek der doppelten Niederlage und des Verlusts der langen Tabellenführung kurz vor Schluß. Nun galt es, sich wieder aufzurichten, um wenigstens im Kampf um die Medaillenränge zu bleiben und gegen die aufstrebende Dora, diesmal immerhin wieder mit Weiß, zu bestehen. Bange Momente waren auszuhalten. Dann entfaltete sich nach und nach die Regie in einer Weise, wie man sie kaum noch für möglich gehalten hätte. Melanie verlor als Anziehende nach einem Eröffnungsfehler überraschend schnell gegen Jana Basovskiy. Auch Julia mußte sich geschlagen geben, während Sarah nach umsichtig gespielter Partie die Oberhand behielt. Nun konnte einzig Nicole ihr noch gefährlich werden, und sie versuchte praktisch alles, um aus ihrer Remisstellung noch den Gewinn zu erzwingen, was aber letztendlich mißlang. Gold für unsere Sarah, und das bei ihrer letzten DJEM-Teilnahme! 

Vierer-Gold

Deutsche Vereinsmeisterschaft 2021 in Willingen


Trotz einiger weggeworfener halber oder ganzer Punkte – besonders schmerzhaft war das im Spitzenduell gegen Halle –, aber auch einmal gegen den SK Nordhorn-Blanke in den gähnenden Abgrund schauend gewann unser Quartett ohne Mannschaftsniederlage die Deutsche Vereinsmeisterschaft 2021 in Willingen. Den Wettbewerb U20w entschied das aus den vier Schwestern Mirjam (16), Dora (12), Sarah (17) und Charis (12) bestehende Team des Schachzentrums Seeblick aufgrund der besseren Wertung für sich und schuf mit dieser Konstellation ein Novum. 
Wir gratulieren aufs herzlichste!